Hampleton-Partners-Report: KI-Finanzierung auf Rekordniveau, aber zunehmend selektiv
Der aktuelle Artificial Intelligence Fundraising and M&A Report von Hampleton Partners, der internationalen M&A- und Corporate-Finance-Beratung für Software- und Technologieunternehmen, zeigt: Rekordkapital fließt in den Sektor, konzentriert sich aber zugleich so stark auf wenige Akteure wie nie zuvor.
Der Report macht eine Kraft aus, die sich durch beide Marktseiten zieht: Konzentration. Die Mittelbeschaffung erreichte einen Rekordwert, wobei eine kleine Gruppe führender KI-Labore und ihrer Infrastrukturpartner den größten Teil des Zuwachses für sich verbuchte. Auch bei M&A wurde ein Rekord erreicht, doch zwei Transaktionen, die Übernahme von xAI durch SpaceX und die Übernahme des Cursor-Entwicklers Anysphere durch SpaceX, trugen nahezu den gesamten Anstieg des ausgewiesenen Transaktionswerts. Unter beiden Rekordzahlen bewegte sich der Markt deutlich vorsichtiger, als es die Gesamtsummen vermuten lassen.
Heiko Garrelfs, Sector Principal AI bei Hampleton Partners, sagt: „Die Schlagzeilen sagen, KI war noch nie so gut dran. Schaut man genauer hin, wer das Geld tatsächlich einstreicht, ändert sich das Bild: Eine immer kleinere Gruppe sichert sich jedes Halbjahr einen größeren Anteil des Kapitals, und alle anderen arbeiten härter für weniger."
Zwei KI-Märkte entstehen, und nur in einen davon lässt sich günstig einsteigen
Es ist die vertraute Trennung: Eine kleine Gruppe trainiert eigene Frontier-Modelle und finanziert die dafür nötige Rechenleistung, während alle anderen in einer völlig anderen Größenordnung darauf aufbauen. Dieser Unterschied zeigt sich bereits in der frühesten Finanzierungsphase, in der Modellentwickler eine Prämie erzielen, und er verschärft sich in späteren Finanzierungsrunden weiter, wo Mega-Runden den Ausbau von Rechenkapazität ebenso stark finanzieren wie das Wachstum selbst. Dieselbe Trennung zeigt sich auch in den Sektorkategorien: Modellentwickler dominieren die im Bereich Generative AI eingesammelten Summen, während die deutlich größere Gruppe der KI nutzenden Unternehmen, die meist unter Machine Learning eingeordnet werden, nur einen Bruchteil davon einsammelt.
Zu dieser Aufspaltung sagt Heiko Garrelfs: „Investoren setzen nicht mehr auf eine einzige Sache namens KI. Sie platzieren zwei unterschiedliche Wetten, die sich zufällig dasselbe Etikett teilen: ein kapitalintensives Rennen um die Kontrolle über Frontier-Rechenkapazität und eine deutlich größere Zahl kleinerer, günstigerer Wetten darauf, wer auf dem Modell eines anderen ein tragfähiges Produkt aufbaut. Wer beides verwechselt, zahlt am Ende zu viel."
Europa verbreitert seine Basis, während die Giganten anderswo weiter wachsen
Regional entstand das Wachstum auf unterschiedliche Weise. Nordamerika und Asien expandierten beide vor allem durch eine kleine Zahl besonders großer Finanzierungsrunden und Transaktionen. In den USA konzentrierte sich dieses Wachstum auf führende KI-Labore und ihre Infrastrukturpartner, in Asien trug vor allem staatlich gelenktes Kapital aus China dazu bei. Europa bildete die Ausnahme: Die Mittelbeschaffung verbreiterte sich dort auf eine größere Zahl von Unternehmen und brachte zugleich größere Einzelrunden hervor, auch wenn die größten europäischen Finanzierungsrunden weiterhin stark auf Kapital von außerhalb des Kontinents angewiesen sind. Die Antwort der Europäischen Union, eine neue Durchsetzungsphase des AI Act und eine Ausschreibung für KI-Gigafabriken, zielt darauf ab, mehr dieser Kapazität und dieses Kapitals im eigenen Raum zu halten.
Auch die Struktur der M&A-Transaktionen hat sich in dieselbe Richtung verhärtet. Käufer, die einen KI-Vermögenswert erwerben wollen, kaufen zunehmend das gesamte Unternehmen anstelle einer Minderheits- oder Mehrheitsbeteiligung. Zugleich legen immer weniger dieser Transaktionen den Kaufpreis offen. Diese Verschiebung macht den Markt von außen schwerer lesbar, obwohl er weiter wächst.
Die aktivsten Käufer im KI-Sektor der vergangenen 30 Monate
Capacity, Nvidia und Salesforce waren in den vergangenen 30 Monaten die aktivsten Käufer im KI-Sektor.
Capacity übernahm unter anderem Chattigo, einen Anbieter einer KI-gestützten Plattform für kanalübergreifende Kundenkommunikation, DevRefactory, einen Anbieter von Software zur Steuerung von Kundeninteraktionen über verschiedene Kanäle, sowie Lang.ai, einen Anbieter einer KI-gestützten Analyseplattform für Kundenservice-Teams.
Nvidia übernahm unter anderem Kumo AI, einen Anbieter von KI-Modellen für Unternehmensprognosen, Illumex, einen Anbieter einer KI-gestützten Plattform zur Aufbereitung und Nutzung von Unternehmensdaten, sowie Aligned Data Centers, einen Anbieter von Rechenzentrumsinfrastruktur für KI-Anwendungen.
Salesforce übernahm unter anderem Mesh Mesh, einen Anbieter einer KI-gestützten Plattform zur Implementierung von Salesforce, Fin, einen Anbieter einer KI-gestützten Kundenservice-Plattform, vormals Intercom, sowie Momentum, einen Anbieter von Software zur Auswertung von Kundeninteraktionen und Steuerung von Vertriebsprozessen.
Report als Download verfügbar
Laden Sie den vollständigen Hampleton Partners Report zur Finanzierungs- und M&A-Aktivität im KI-Sektor 2H 2026 herunter. Der Report beleuchtet die Entwicklung von Finanzierungen und Übernahmen im KI-Markt, von Unternehmen mit eigenen KI-Modellen bis hin zu Anbietern aus den Bereichen generative KI, maschinelles Lernen und KI-Infrastruktur.
Hinweis für Redakteure
Die M&A-Marktberichte von Hampleton Partners basieren auf Daten von 451 Research, das zu S&P Global Market Intelligence gehört, sowie von S&P Capital IQ.
Über Hampleton Partners
Hampleton Partners berät Eigentümer von Software- und Technologieunternehmen bei Unternehmensverkäufen, Wachstumsfinanzierungen und weiteren M&A-Transaktionen mit strategischen Käufern und Finanzinvestoren. Die erfahrenen Transaktionsberater haben bereits Hunderte von Gesellschaftern aus der Technologiebranche begleitet. Sie unterstützen Unternehmer beim Verkauf ihres Unternehmens, beim schrittweisen Rückzug aus dem operativen Geschäft und bei der Finanzierung weiteren Wachstums.
Hampleton ist mit Standorten in Europa sowie Partnern in Nordamerika und Asien international präsent und verfügt über langjährige Transaktionserfahrung sowie fundierte Branchenkenntnisse in den Bereichen AR/VR, Künstliche Intelligenz, Automobilindustrie, Cybersicherheit, Digital Commerce, Unternehmenssoftware, Fintech, Healthtech, HR Tech, Insurtech, IT- und Unternehmensdienstleistungen, Mobilität und Infrastruktur sowie Software für das Lieferkettenmanagement.
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